10. St. Galler-Tage Schweiz, Österreich, Deutschland
23./ 24. März 2017, CH-St. Gallen
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Workshops und Rahmenprogramm

WORKSHOP 1: 12.45 bis 13.45 Uhr
Rollenspiel, Aufstellungsarbeit, Übungen und Hausaufgaben in der Verkehrstherapie
LEITUNG: Roger Schaller
AUSSCHREIBUNG:„Was verändert werden soll, muss in der Therapie real erlebt werden. Oder: ‚Reden ist Silber, real erfahren ist Gold’ (K.Grawe 1995). In diesem Workshop werden wir nach Gold schürfen: Es werden einfach anwendbare Techniken aus Rollenspiel und psychodramatischer Aufstellungsarbeit gezeigt, die ein Lernen durch Handeln ermöglichen: Rollenwechsel, Spiegeln, 3.Person-Perspektive, Rollenhaushalt. Durch die szenische Darstellung von verkehrspsychologischen Themen kann der Klient eigene unangepasste Verhaltensmuster sowie unbewusste Motive und Ziele klarer erkennen und bearbeiten.


WORKSHOP 2: 12.45 bis 13.45 Uhr
Wann und wie kommt man zur Einsicht – vorher oder nachher?

LEITUNG: Birgit Kollbach und Parichehr Scharifi

AUSSCHREIBUNG:Es gibt erhebliche Unterschiede in der Behandlung alkohol-, drogen- und verkehrsauffälliger Personen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland. Verkehrspsychologische Interventionen, also Eingriffe in das Verkehrsverhalten, können auf jeder der drei Präventionsebenen des PASS-Modells (p-a-s-s.eu) erfolgen. Wünschenswert sind bereits primärpräventive Interventionen, um einen defensiven, rücksichtsvollen und punktnüchternen Fahrstil auszuprägen und Gefährdungen und Unfälle im Ansatz zu verhindern. Vor jeder Gefährdung zur Einsicht zu kommen, ist ein großes Ziel. Alkohol-, drogen- und verkehrsauffällige Personen kommen häufig erst sehr spät zur Einsicht und zu einer Veränderung in ihrer Einstellung und in ihrem Verhalten. Die Anordnung einer Fahreignungsbegutachtung auf der tertiären Präventionsebene stellt ein erhebliches Druckmittel für Auffällige dar, sich anzupassen. Eine erfolgreiche Fahreignungsbegutachtung markiert häufig den Schritt zurück zum Führerschein. Unterschiedlich in den drei Ländern ist, welche Maßnahmen vor oder nach der Begutachtung ergriffen werden, um zur Einsicht zu gelangen.  In Österreich wird jede begutachtete Person einem Nachschulungskurs zugewiesen, auch wenn Eignung diagnostiziert wurde. Interventionen im Vorfeld der Begutachtung gibt es nicht. Bei bedingter Eignung sind zusätzliche Auflagen zu erfüllen, beispielsweise Laborkontrollen. Bei Nichteignung wird die Wiederausfolgung der Lenkberechtigung von der Kursteilnahme, der Erfüllung weiterer Auflagen und einer erneuten positiven Begutachtung abhängig gemacht. ‚State of the Art‘ in der Schweiz ist eine ausführliche Diagnostik im Rahmen der Begutachtung, die die Problemausprägung erkennt und ggf. einen spezifischen Umfang der nachfolgenden Intervention empfiehlt, dem die Behörde in der Regel folgt. Interventionen im Vorfeld der Begutachtung sind unüblich und seitens der Verkehrspsychologen nicht unbedingt erwünscht. Im Ergebnis der Begutachtung kann beispielsweise eine Verkehrstherapie beauflagt werden. Eine Wiedererteilung des Führerausweises kommt nur in Betracht, wenn der Fahreignungsmangel behoben worden ist. Dies ist durch eine erneute Begutachtung zu belegen.  In Deutschland werden zunehmend Fahreignungsberatungen und Interventionen zur Förderung der Fahreignung im Vorfeld der Begutachtung in Anspruch genommen. Sollte ein auffälliger Fahrer umgehend nach seiner Tat die Möglichkeit erhalten, alles Notwendige einzuleiten, um seine Fahreignung schnellstmöglich wieder herstellen zu können? Welche Personen oder Institutionen sollten hier Empfehlungen aussprechen? Und welche Empfehlungen und Interventionen sind zielführend? Unter anderem zu diesen Fragen haben die „Leitlinien verkehrspsychologischer Interventionen“ (Brieler, Kollbach, Reschke & Kranich, 2016) ausführlich Stellung bezogen. Der Workshop bezeichnet verkehrspsychologische Interventionen auf den drei Präventionsebenen im Dreiländervergleich. Insbesondere verfolgt er das Ziel, die verschiedenen Wege zu einer erfolgreichen Wiederherstellung der Fahreignung zu vergleichen und Vor- und Nachteile verschiedener Ansätze kennen zu lernen und zu erörtern.

WORKSHOP 3: 12.45 bis 13.45 Uhr
VERKEHRSPSYCHOLOGISCHE KNACKNÜSSE bei Suchtmittelproblemen
(Verkehrspsychologen ohne Anbindung an eine Verkehrsmedizin).
LEITUNG: Dr.Martin Keller und Dr.Bruno Liniger
AUSSCHREIBUNG: „Bekanntermassen stellen sich den Verkehrspsychologen, welchen ohne Anbindung an eine verkehrsmedizinische Institution tätig sind, immer wieder spezielle Fragen, insbesondere wenn es – nebst der VP-Thematik – um eine allenfalls zusätzliche zur Diskussion stehende Suchtmittel-Problematik (Alkohol / Drogen / Medikamente) geht. Als Beispiel wäre der Fall von Herrn XY zu nennen, welcher im Zusammenhang mit seinen Geschwindigkeitsdelikten  von einem regelmässigen Konsum von jeweils mehr als 2 Litern Bier berichtet. Was ist zu tun? Soll man direkt eine zusätzliche und bekanntermassen mit erheblichen Kosten verbundene verkehrsmedizinische Begutachtung empfehlen, oder gibt es im Einzelfall andere Möglichkeiten? Bei Anmeldung zur Workshop-Teilnahme ist  das Einreichen einer entsprechenden Frage aus der eigenen Praxis sehr erwünscht (bis zum 10. März 2017 an
martin.keller@kliniken-valens.ch).“

WORKSHOP 4: 14.00 bis 15.00 Uhr
Qualitätskriterien für die Erstellung und Überprüfung von verkehrspsychologischen Gutachten

LEITUNG: Corinne Stauffer, Benjamin Graber
AUSSCHREIBUNG: An verkehrspsychologische Gutachten werden hohe fachliche und formale Anforderungen gestellt. Dennoch kann sich die Qualität von Gutachten unterscheiden und wird naturgemäss auch regelmässig in Zweifel gezogen. Darüber hinaus sind die Erwartungen der einzelnen Anspruchsgruppen sehr unterschiedlich. Was für Diagnostiker, Therapeuten oder Mitarbeiter von Administrativbehörden ein qualitativ hochstehendes Gutachten ausmacht, mag sich unterscheiden und zuweilen sogar widersprechen. Wir stellen unser Qualitätsmanagement auf den Prüfstand und wollen diskutieren: Welches sind die wichtigsten Qualitätsanforderungen an ein Gutachten und wie soll sichergestellt werden, dass diese eingehalten werden? Wo unterscheiden sich Bedürfnisse und Anforderungen und wie können diese in Einklang gebracht werden?

WORKSHOP 5: 14.00 bis 15.00 Uhr
Alkohol-Interlock-Systeme als begleitende Massnahme zur Verkehrstherapie von Trunkenheitstätern

LEITUNG: Dr. Joachim Seidl, Petra Feustel-Seidl

AUSSCHREIBUNG: Nach einem aktuellen internationalen Überblick zur  Anwendung von Alkohol-Interlocks bei Auffälligen informieren wir Sie über den Stand in Deutschland. Erfahren Sie hierzu auch die Ergebnisse unserer Akzeptanzuntersuchung. Das Alkohol-Interlock-Pilotprojekt der AFN ist im April 2016 gestartet. Wir stellen es Ihnen vor und möchten mit Ihnen eine Vielzahl praktischer Probleme beim Interlock-Einsatz diskutieren. Insbesondere geht es um die enge Verzahnung mit der verkehrspsychologischen Intervention.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter: http://vpp-seidl.de/ail/pilotprojekt

Gern nehmen wir auch Ihre Diskussionswünsche vorab entgegen: seidl@afn.de

 

 


 

Rahmenprogramm: Appenzell:

Gesellschaftsabend am 23.03.2017

Staunen, forschen und geniessen.

Mit dem Bus fahren wir um 19.00h (Bahnhof St.Gallen, Standort vor dem Hotel Walhalla) in die urchige, urtümliche Natur der Erlebniswelt des Appenzellerlandes. Tauchen Sie ein und entdecken Sie die Traditionen der Käserei hautnah. In Stein AR bekommen Sie einen Apèro, ein traditionelles Landgemeindemenü (drei Gänge; vegetarisch möglich) und eine Führung der Schaukäserei Appenzell (Preis für den ganzen Abend: 60 sfr.). Um 22.30h ist man zurück in St.Gallen.




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